Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten e.V.

Kreisvereinigung Göttingen

21.04.2012

Das braune Netzwerk. Hintergründe zum NSU und seinen Helfershelfern

Diskussionsveranstaltung mit dem Autor Markus Bernhardt

Vielfach ist von „Einzeltätern“ und „Versagen der Geheimdienste“ die Rede, wenn von der Nazi-Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ gesprochen wird. Ausgeklammert wird dabei, dass es sich beim NSU um mehr als nur ein „Trio“ handelte. Hinter Banküberfällen, Bombenanschlägen und Morden steht vielmehr ein weitverzweigtes Neonazi-Netzwerk, das Infrastruktur, finanzielle Unterstützung, ideologischen Rückhalt und Kommunikationskanäle für die abgetauchten Zschäpe, Mundlos und Böhnhardt bereitstellte.

Das braune Netzwerk. Hintergründe zum NSU und seinen Helfershelfern Diskussionsveranstaltung mit dem Autor Markus Bernhardt

Vielfach ist von „Einzeltätern“ und „Versagen der Geheimdienste“ die Rede, wenn von der Nazi-Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ gesprochen wird. Ausgeklammert wird dabei, dass es sich beim NSU um mehr als nur ein „Trio“ handelte. Hinter Banküberfällen, Bombenanschlägen und Morden steht vielmehr ein weitverzweigtes Neonazi-Netzwerk, das Infrastruktur, finanzielle Unterstützung, ideologischen Rückhalt und Kommunikationskanäle für die abgetauchten Zschäpe , Mundlos und Böhnhardt bereitstellte. Die Verfassungsschutzämter, insb. der Thüringer Verfassungsschutz unter seinem damaligen Leiter Helmut Roewer, haben seit Jahren systematisch Neonazi-Strukturen über ihre V-Leute querfinanziert. In Thüringen geht beispielsweise die Gründung des neofaschistischen „Thüringer Heimatschutzes“, aus dem sich auch die drei Rechtsterroristen rekrutierten, auf den dortigen Verfassungsschutz zurück; in den „Thüringer Heimatschutz“ flossen allein über den V-Mann Tino Brandt knapp 200.000 DM aus dem Etat des Verfassungsschutzes. Über die Tradition solcher „staatsnaher“ Nazi-Strukturen sowie die Geschichte des Rechtsterrorismus in Deutschland wird auf Einladung der VVN-BdA Göttingen der Autor Markus Bernhardt sprechen. Er beschäftigt sich als Journalist seit der Aufdeckung des NSU intensiv mit dem Thema und hat dazu im März diesen Jahres im Papyrossa-Verlag das Buch „Das braune Netz. Naziterror - Hintergründe, Verharmloser, Förderer“ veröffentlicht. (Das Buch kostet 9,90 EUR und kann u.a. im Buchladen Rote Straße erworben werden.)

Alle Interessierten* sind ganz herzlich zur öffentlichen Diskussionsveranstaltung am Freitag, den 1. Juni, um 19:00 im großen Saal von ver.di (Groner-Tor-Str. 32, 2. Etage) eingeladen.

Die Veranstaltung erfolgt in Kooperation mit dem ver.di Ortsverein Göttingen und ist Teil einer aktuellen Veranstaltungsreihe des Bündnisses "Faschismus und soziale Frage".

*) rechtlicher Hinweis: Die Veranstalter behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die neofaschistischen Organisationen angehören oder der extremen rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch antisemitische, rassistische oder nationalistische Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren.

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Das antifaschistische Pressearchiv und Bildungszentrum Berlin hat unter http://nsu-watch.apabiz.de einen Blog eingerichtet, auf dem die diversen Pressemeldungen und antifaschistischen Rechercheerkenntnisse zum Terrornetzwerk NSU gesammelt und ausgewertet werden. Die bisher beste Sammlung zu diesem Thema. - Lesens- und empfehlenswert auch die Ausgaben 93 und 94 des Antifaschistischen Infoblatts (AIB), die sich schwerpunktmäßig mit dem Thema Rechtsterrorismus befassen.

© VVN-BdA Göttingen