Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten e.V.

Kreisvereinigung Göttingen

29.05.2012

Stolperstein in Erinnerung an Hedwig Steinberg in der Bühlstraße eingelassen

Am Samstag, den 26. Mai 2012, verlegte der Kölner Künstler und Erfinder der Stolperstein-Bewegung Gunter Demnig auf einem Privatgrundstück in der Bühlstraße 4 den ersten Stolperstein Göttingens.

Vorausgegangen war der Verlegung des Gedenksteins eine gemeinsame Initiative der Bonifatiusschule Göttingen und der Gesellschschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit. Erinnert wird mit dem Stolperstein an die frühere Eigentümerin und Bewohnerin der Bühlstraße 4 Hedwig Steinberg.


Hedwig Steinberg, geboren am Geboren 13. 06. 1867, war 1889 mit ihrem Ehemann, dem Rechtsanwalt Hugo Steinberg, nach Göttingen gezogen und wohnte seit 1915 in dem Dreiparteienhaus im unteren Ostviertel. Von dort wurde sie als Jüdin am 21. Juli 1942 deportiert, zunächst in das Sammellager Hannover-Ahlem, dann weiter nach Theresienstadt (Terezín) und schlussendlich ins Vernichtungslager Treblinka.

(Auf dem Stolperstein selbst ist als letzter nachweislicher Aufenthaltsort hingegen Minsk angegeben sowie drei Fragezeichen, die darauf hinweisen sollen, dass sich ihre Spur danach verloren habe. Die offizielle Opferdatenbank www.holocaust.cz gibt hingegegen an, dass Hedwig Steinberg am 26.09.1942 per Häftlingstransport von Terezín nach Treblinka gebracht wurde, wo sie ermordet wurde.)

Schülerinnen und Schüler der Klasse 10 R 1 der Bonifatiusschule waren eine Zeitlang auf Spurensuche gegangen, um mehr über das Schicksal von Hedwig Steinberg zu erfahren. Die Klasse widmete dem Thema "Judentum in Stadt und Landkreis Göttingen" ihre Projektwoche, unternahm Exkursionen und Recherchen, besuchte das Stolpersteine-Projekt in Duderstadt und fand noch eine hochbetagte Zeitzeugin, die damals zusammen mit dem Ehepaar Steinberg im Haus gewohnt und deren tragisches Ende selbst miterlebt hatte.

© VVN-BdA Göttingen