Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten e.V.

Kreisvereinigung Göttingen

01.06.2012

Das braune Netzwerk. Hintergründe zum NSU und seinen Helfershelfern

Diskussionsveranstaltung mit dem Autor Markus Bernhardt

Freitag, 01. Juni 2012, um 19:00

im großen Saal von ver.di (Groner-Tor-Str. 32, 2. Etage)

Veranstalter: VVN-BdA Kreisvereinigung Göttingen und ver.di Ortsverein Göttingen

Vielfach ist von „Einzeltätern“ und „Versagen der Geheimdienste“ die Rede, wenn von der Nazi-Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ gesprochen wird. Ausgeklammert wird dabei, dass es sich beim NSU um mehr als nur ein „Trio“ handelte. Hinter Banküberfällen, Bombenanschlägen und Morden steht vielmehr ein weitverzweigtes Neonazi-Netzwerk, das Infrastruktur, finanzielle Unterstützung, ideologischen Rückhalt und Kommunikationskanäle für die abgetauchten Zschäpe, Mundlos und Böhnhardt bereitstellte.


Die Verfassungsschutzämter, insb. der Thüringer Verfassungsschutz unter seinem damaligen Leiter Helmut Roewer, haben seit Jahren systematisch Neonazi-Strukturen über ihre V-Leute querfinanziert. In Thüringen geht beispielsweise die Gründung des neofaschistischen „Thüringer Heimatschutzes“, aus dem sich auch die drei Rechtsterroristen rekrutierten, auf den dortigen Verfassungsschutz zurück; in den „Thüringer Heimatschutz“ flossen allein über den V-Mann Tino Brandt knapp 200.000 DM aus dem Etat des Verfassungsschutzes.

Über die Tradition solcher „staatsnaher“ Nazi-Strukturen sowie die Geschichte des Rechtsterrorismus in Deutschland wird auf Einladung der VVN-BdA Göttingen Autor Markus Bernhardt sprechen. Er beschäftigt sich als Journalist nicht erst seit der Aufdeckung des NSU intensiv mit dem Thema und hat dazu im März diesen Jahres im Papyrossa-Verlag das Buch „braune Netz. Naziterror - Hintergründe, Verharmloser, Förderer“veröffentlicht. (Das Buch kostet 9,90 EUR und kann u.a. im Buchladen Rote Straße erworben werden.)

© VVN-BdA Göttingen